04.01.2018

Erneuerung der Energieausweise ab 2018

Eine bereits erprobte Form der Zusammenarbeit ist die Kooperation von Haus & Grund Darmstadt mit der Effizienz:Klasse GmbH und der Volksbank Darmstadt Südhessen eG. In den Räumen der Volksbank ging es bei einer Informationsveranstaltung um die ?Erneuerung der Energieausweise ab 2018?.

 Matthias Martiné vom Vorstand der Volksbank Darmstadt Südhessen eG begrüßte als Hausherr und stellte sein Team aus dem Bereich Immobilienfinanzierung vor. Er legte Wert auf die regionale Verwurzelung seines Hauses, weshalb die Volksbank auch gerne mit örtlichen Partnern zusammenarbeite. Die Bedeutung des Themas energetische Sanierung zeige sich an jährlich rund zweieinhalb Tausend Immobilienfinanzierungen seines Hauses in diesem Bereich.

Rechtsanwalt Felix Schäfer, Geschäftsführer von Haus & Grund Darmstadt, dankte der Volksbank für ihre Gastfreundschaft und führte ins Thema ein.

Die Energieausweispflicht besteht seit 2008, die 10-jährige Gültigkeit der ersten Ausweise läuft jetzt ab, so dass sie ab dem nächsten Jahr erneuert werden müssen. Seit 2014 gelten zudem verschärfte Regeln. Seine historisch-politische Herleitung ging zurück bis zur Ölkrise Anfang der 70er Jahre mit den damaligen Fahrverboten zum „Energiesparen“. Es folgten ein Energieeinsparungsgesetz und die Heizkostenverordnung von 1998. Der Focus verschob sich dann auf die CO2-Bilanz und das Ziel klimaneutraler Gebäude. 2011 verpflichtete sich die Bundesregierung, den Energieverbrauch bis 2020 auf 20 % weniger als 2008 zu senken, bis 2050 um 50 %. Der Reduktion von Treibhausgasen soll auch der „Nationale Aktionsplan Energieeffizienz“ von 2014 dienen.

Aus der Sicht von Haus & Grund werden die bereitgestellten KfW-Mittel zwar begrüßt, wichtiger sei aber eine direkte steuerliche Abschreibungsmöglichkeit der Maßnahmen. Geforderte Maßnahmen sollten auf Freiwilligkeit und steuerlicher Förderung beruhen. 

Schließlich gebe es Zielkonflikte zwischen energetischen Standards und dem allgemein geforderten „bezahlbaren Wohnraum“. Haus & Grund werde diesen Prozess weiter kritisch begleiten.

Norbert Stang, Geschäftsführer der Effizienz:Klasse GmbH, erläuterte die praktischen Auswirkungen: Zu den Pflichten von Eigentümern und Vermietern gehört die Nennung energetischer Kennwerte (Endenergiebedarf in kWh pro Quadratmeter und Jahr) bei Verkauf und Vermietung, vor allem bei Anzeigen in Zeitung oder Internet. Bei Wohnungsbesichtigungen muss der Ausweis vorgelegt werden.

Neben den Änderungen des äußeren Erscheinungsbildes ist von besonderer Bedeutung die Unterscheidung zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis. „Der Bedarfsausweis hat als Grundlage die Berechnungen, die eine normgerechte Nutzung des Gebäudes zu Grunde legt und mit einer technischen Analyse des Gebäudes einhergeht. Hierfür beurteilt der Aussteller des Energieausweises den Zustand von Dach, Wänden, Fenstern und Anlagentechnik der Heizung mit Warmwasserbereitung. Der Bedarfsausweis ist zurzeit vorgeschrieben für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde. Ausgenommen hiervon sind Gebäude, die beim Bau selbst oder durch spätere Modernisierung das Niveau der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erreicht haben. 

Für alle anderen Wohn- und Nicht-Wohngebäude besteht Wahlfreiheit zwischen einem Bedarfs- und einem Verbrauchsausweis. Zur Erstellung des Verbrauchsausweises für Wohngebäude werden die Heizkostenabrechnungen der Bewohner aus den letzten drei Jahren benötigt. Bei Nicht-Wohngebäuden wird zusätzlich auch die Stromkostenabrechnung benötigt. Nachteil des Verbrauchsausweises: Er bezieht sich auf die Gewohnheiten des Vormieters- oder -besitzers. Vorausgegangener Leerstand kann die Bilanz schönen. Nach Sonderregelungen für Gewerbeanteile im Gebäude nannte Stang noch die Fälle, wo kein Energieausweis vorgelegt werden muss: Im Bestandsgebäude bei laufenden Mietverträgen, bei Baudenkmälern oder Wochenendhäusern, wenn nur eine begrenzte jährliche Nutzung erfolgt.

Rechtsanwalt Schäfer wies zum Schluss noch darauf hin, dass es sich für Hauseigentümer in Darmstadt lohne, einen Bedarfsausweis erstellen zu lassen, weil sich nur durch diesen bei einer Mieterhöhung nach dem Darmstädter Mietspiegel die energetische Beschaffenheit leichter begründen lasse und dann zu einem Zuschlag von 4 bis 7 % berechtige.

Die Energieberater der Effizienz:Klasse GmbH in Darmstadt stehen zur Erstellung von Energieausweisen zur Verfügung (www.effizienz-klasse.de).

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