Mitgliedschaft
Werden Sie Mitglied bei Haus & Grund Darmstadt und profitieren von vielen Vorteilen!

» Details

01.05.2019 - Welterbe werden!

„Welterbe werden!“

Bewerbung für Mathildenhöhe als UNESCO-Welterbe

Die Darmstädter Stadtkrone – das ist die Silhouette der Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Russischer Kapelle und dem Ernst-Ludwig-Haus, dem Atelierhaus der Künstlerkolonie, heute Museum, nicht zu vergessen die erhaltenen Künstlervillen. Diese Motive stehen für die Identität unserer Heimatstadt und haben schon oft die Titelseiten unserer Mitgliederzeitung geziert. Die Mathildenhöhe steht für den von Großherzog Ernst-Ludwig geförderten Jugendstil, der von hier seinen Ausgang nahm. Mit der Bewerbung der Wissenschaftsstadt Darmstadt um den Welterbestatus für dieses einzigartige Ensemble wurde eine Entwicklung angestoßen, die die Stadtkrone und damit die gesamte Stadt und Region in einen internationalen Zusammenhang bringt und noch bekannter macht. Haus & Grund Darmstadt hat sich an dieser Stelle schon mehrfach mit kulturellen und bauhistorischen Themen befasst (zuletzt zum Thema 100 Jahre Bauhaus). Als Darmstädter Verein der Teil dieser Stadtgesellschaft ist und dem naturgemäß auch an Architekturgeschichte gelegen ist, möchten wir den Ablauf der Bewerbung beleuchten.

Auf der Welterbeliste der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) stehen derzeit 1092 Stätten aus 167 Ländern, 44 davon befinden sich in Deutschland. Der UNESCO-Welterbetitel wird an herausragende Stätten verliehen, die einen „außergewöhnlichen, universellen Wert“ besitzen. Darmstadt steht mit dem Gesamtensemble auf der Mathildenhöhe seit 2014 auf der nationalen Vorschlagsliste für die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe. Hierzu Oberbürgermeister Jochen Partsch in einer städtischen Informationsbroschüre: „Die Mathildenhöhe ist ein Ort der Begegnung, der Freude und des Aufbruchs in die Moderne. Sie ist unsere Visitenkarte, der Hochzeitsturm das Logo unserer Stadt. Nun gehen wir hiermit ins Rennen um die Anerkennung als ein Welterbe“.

Der Gegenstadt der Bewerbung ist das Ensemble Mathildenhöhe mit den oben genannten Gebäuden, aber auch mit den Gartenanlagen mit dem Platanenhain und dem zugehörigen Skulpturenprogramm. Schon 1899 berief Ernst-Ludwig die ersten sieben Künstler zur Darmstädter Künstlerkolonie, darunter Joseph-Maria-Olbrich. 1901 folgte die erste große Ausstellung „Ein Dokument deutscher Kunst“, weitere Landesausstellungen dann 1904, 1908 und 1914. Die außergewöhnliche Vielfalt der innovativen, architektonischen und künstlerischen Aktivitäten der Künstlerkolonie ist der Kern der Bewerbung. Das Ziel war damals eine Reform, die Kunst und Leben zusammenführt. Der Aufbruch in die Moderne drückt sich „durch eine experimentelle Architektur, durch eine neue Raumkunst und zukunftsweisendes Design“ aus.

Der Ablauf

Im Januar diesen Jahres reichte die Wissenschaftsstadt Darmstadt in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen den offiziellen Antrag zur Aufnahme in die Welterbeliste in Paris bei der UNESCO ein. In diesem Sommer wird eine Delegation von dort den Antrag vor Ort prüfen, 2020 wird das Welterbekomitee entscheiden. Zu den Bewerbungsunterlagen gehört ein umfangreiches Nominierungsdossier, das die Mathildenhöhe mit ihren Besonderheiten und schützenswerten Bestandteilen beschreibt. Die Geschichte und Entwicklung der Stätte sowie die Echtheit und Unversehrtheit des Gesamtensembles und seine Alleinstellungsmerkmale spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Bestandteile sind ebenso eine umfängliche Fotodokumentation und ein „Managementplan“, der genau zu beschreiben hat, welche nachhaltigen Maßnahmen die Stadt Darmstadt langfristig plant, um die Mathildenhöhe in ihrem Erscheinungsbild zu schützen und als Erbe für künftige Generationen zu erhalten. Teil ist auch ein Parkpflegewerk für den Platanenhain und die Außenanlagen, außerdem ein Masterplan zur baulichen Entwicklung. Ein wesentliches Element ist auch das Besucherzentrum, das auf der Ostseite des Ausstellungsgebäudes seinen Platz finden soll. Ein Tourismuskonzept erläutert die Aspekte der Vermittlung an die Besucher. Ein Mobilitätskonzept muss Antworten geben auf eine der wohl spannendsten Fragen in Darmstadt auch in diesem Zusammenhang, die verkehrstechnische Entwicklung und Erreichbarkeit des Areals für Reisende aus unmittelbarer Nachbarschaft, aus der Region und Deutschland sowie für internationale Gäste.

Sicher kann man über Kosten und Nutzen einer solchen Bewerbung unterschiedliche Meinungen haben. Jedoch wird der internationale Ruf Darmstadt schon alleine durch die Bewerbung selbst weiter gestärkt. Jetzt gilt es nur noch, für den Erfolg des Kommissionsbesuchs in diesem Jahr und die Entscheidung im nächsten Jahr die Daumen zu drücken.

Felix Schäfer

Geschäftsführer
Haus & Grund Damstadt e.V.


Quellen und Zitate:

Darmstädter Stadtlexikon;

Städtisches Informationsblatt „Welterbe werden! – Mathildenhöhe Darmstadt“ (Jan. 2019);

www.mathildenhoehe-darmstadt.de

 

Weitere Themen

01.05.2019 - Welterbe werden!

01.04.2019 - Darmstädter Klimaschutzpreis 2019

01.03.2019 - 100 Jahre Bauhaus

01.02.2019 - Haus und Wohnung schützen durch Einbruchsprävention

02.01.2019 - Serviceangebot Hausverwaltung